Ein Steindenkmal für das Süntel-Buchenarboretum

Die Gemarkung Steinriepen ist „steinreich“. Der Gigaskalk steht hier so hoch unter der Ackeroberfläche, dass die Landwirte bei der Feldarbeit Jahr für Jahr immer noch hunderte kleiner Platten absammeln müssen. Dies trifft sicher auch  für andere Bereiche des  südwestlichen Deisterhangs zu, aber oberhalb Nettelrede und Luttringhausen haben unsere Vorfahren so extrem mit dem lästigen Kalkstein gekämpft, dass der eigene Flurname auf diese landschaftliche Besonderheit hinweist.

Als die Fa. Stoffel den Auftrag hatte im Grenzgebiet der Gemeinden Luttringhausen und Eimbeckhausen eine Bodenwelle aus einem Waldweg abzubaggern, stieß Matthias Stoffel auf anstehende dicke Felsplatten. Es gelang die großen Platten mit der Maschine abzutragen  und seitlich des Weges abzulegen. Geologisch dürften diese Schichten zwischen dem Gigaskalk und dem Kimmeridge einzuordnen sein.

Auf Anfrage des Heimatbundes schenkte der Besitzer Jobst Saake die größte der Platten unserem Verein.  Schnell war die Idee geboren den ungewöhnlichen Megalith im Süntel-Buchenarboretum am Steinriepen aufzustellen. Hilfe leistete dabei Erich Stoffel. Mit einem Radlader bewegte er den etwa drei Tonnen schweren Stein bei frostigen Temperaturen von der Fundstelle an seinen Bestimmungsort. Dort ist die durchschnittlich 40 cm dicke Platte in Sichtachse des Tores in einem vorbereiteten Erdloch aufgerichtet worden. Der Megalith steht heute 60 cm tief in der Erde und reicht noch 2,50 Meter hoch in  die Luft.  Als geologisches Denkmal thront er eingerahmt zwischen den Süntel-Buchen und schafft nun den Bezug zum Flurnamen „Am Steinriepen“. Herrn Saake und der Fa. Stoffel sei an dieser Stelle für die Schenkung und Unterstützung gedankt!

Text: Michael Meier
Foto: Jochen Rothe