Gottfried Wilhelm Leibniz

Sowohl in seiner Philosophie als auch in der Mathematik beschäftigte sich der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) mit der Frage nach dem Nichts. In seiner Schrift Principes de la nature et de la grâce (Die Prinzipien der Natur und der Gnade; gedr. bei C. I. Gerhardt, Die philosophischen Schriften von Leibniz Bd. 6, S. 602, Neudr. Olms 1960-1961) heißt es:  „Pourquoy il y a plustost quelque chose que rien?“ (Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?).
In dem von Leibniz entwickelten binären Zahlensysten, der Dyadik, sieht Leibniz in den Dualzahlen, bestehend aus 0 und 1, nicht nur eine mathematische, sondern auch eine theologische Aussage, die er in einem Brief an Herzog Rudolf August zu Braunschweig-Wolfenbüttel so formuliert: „Omnibus ex nihilo ducendis sufficit unum.“ (Um alles aus dem Nichts zu erschaffen, genügt eins.)

Dr. Annette von Boetticher

Gottfried Wilhelm Leibniz

Bildquelle: Christoph Bernhard Francke – Herzog Anton Ulrich-Museum (Wikipedia)