Gotthold Ephraim Lessing

Gotthold Ephraim Lessing (1729-1781) war ein Kritiker, Dramatiker und philosophisch-theologischer Publizist. Er repräsentierte den Höhepunkt der Aufklärung in Deutschland. Lessings Worte über die Wahrheit stammen aus einer theologischen Kontroverse im Jahre 1777. Seine bekanntesten Schauspiele: Minna von Barnhelm: Das Stück spielt kurz nach dem Ende des siebenjährigen Krieges und zählt zu den wichtigsten Komödien der deutschsprachigen Literatur. Emilia Galotti: Ein bürgerliches Trauerspiel das am Braunschweiger Theater uraufgeführt wurde. Nathan der Weise: Besondere Beachtung  in diesem Stück verdient die sog. Ringparabel, die als Schlüsseltext der Aufklärung und als Formulierung der Toleranzidee gilt. Gotthold Ephraim Lessing war ein sehr produktiver Philosoph, der sich vielfach in z.B. Ästhetischen, Theologiekritischen und philosophischen Schriften geäußert hat.

In den Jahre 1769/70 kam er nach Niedersachsen und wurde Bibliothekar der Herzog August Bibliothek in Wolfenbüttel. Mit seiner Frau Eva lebte er leider nur ein Jahr im Lessinghaus, bevor zu Weihnachten 1777 der neugeborene Sohn starb und die Mutter mit in den Tod zog. Lessing: „Ich wollte es auch einmal so gut haben wie andere Menschen, aber es ist mir schlecht bekommen.“ Er wohnte und arbeitete hier noch die letzte vier Jahre seines Lebens. Am 15. Februar 1781 starb er in Braunschweig und ist dort beigesetzt.

Lessing war ein vielseitig interessierter Philosoph, Dichter, Denker und Kritiker. Er wurde zum Vordenker für das neue Selbstbewusstsein des Bürgertums. Seine theoretischen und kritischen Schriften zeichnen sich durch einen oft witzig-ironischen Stil und treffsichere Polemik aus. Das Stilmittel des Dialogs kam dabei seiner Intention entgegen, eine Sache stets von mehreren Seiten zu betrachten und auch in den Argumenten seines Gegenübers nach Spuren der Wahrheit zu suchen. Das sind moderne und zeitnahe Gedanken. Es gilt, Lessing wiederzuentdecken.
Bruno Hanne